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Energiekosten senken – Heizung

Die Kosten für Primärenergie wie Öl und Gas sind in den letzten Monaten geradezu explosionsartig gestiegen. Dies trifft Hausbesitzer und natürlich auch Mieter besonders, denn auf Wärme will und kann man schlecht verzichten. Doch es gibt hier Sparpotentiale, wenn man die Sache einmal genauer betrachtet.

Die ideale Raumtemperatur ist vom persönlichen Wohlbefinden abhängig. So reicht selbst bei einer Raumtemperatur von nur 18 Grad Celsius durchaus leichte Bekleidung aus, wenn man bspw. schwere Hausarbeit verrichtet. Dies liegt daran, dass unser Körper bei dieser Betätigung Wärme produziert, und zwar sogar 330 Watt. Bei etwa 21 Grad Raumtemperatur und leichter Hausarbeit produzieren wir immerhin noch 230 Watt, hingegen sinkt die Wärmeproduktion beim Fernsehen auf 120 Watt und dann müsste man – gleiche leichte Bekleidung vorausgesetzt – die Heizung sogar auf 24 Grad einstellen, um ein vergleichbares Wärmebefinden zu erreichen. Ausgleichen ließe sich der Wärmeverlust jedoch durch entsprechend warme Bekleidung, da dann kaum noch Wärme in den Raum abgegeben wird, weil der Wärmeleitwiderstand steigt. Wer durch Kleidung, die der körperlichen Betätigung angemessen ist, für sein persönliches Wohlbefinden sorgt, kann die Heizung um durchaus ein bis zwei Grad Celsius herunterregeln – und je einem Grad Celsius spart man dadurch etwa 6 Prozent seiner bisherigen Heizkosten ein.

Fast jeder hat während der Heizperiode schon einmal beobachtet, dass man vor einem Fenster stehend schneller fröstelt. Das liegt daran, dass der Körper vor der kalten Scheibe besonders viel Wärme abstrahlt und somit etwa 2 Grad mehr an Raumtemperatur benötigt. Deshalb werden Heizkörper meist am Fenster installiert, denn dann wird die Heizungswärme an den Menschen abgegeben und gleicht somit die Wärmebilanz aus. Grundsätzlich kühlt die Luft an der kalten Fensterfläche schnell ab, wird schwerer und fällt nach unten. Befindet sich aber ein Heizkörper unter dem Fenster, erwärmt dieser die kalte Luft sofort wieder, die daraufhin erneut aufsteigt. Fehlt hier der Heizkörper, strömt die kalte Luft am Boden entlang in den Raum.

Heizkosten spart man auch durch den richtigen Umgang mit Thermostatventilen. Häufig werden sie wie ein Wasserhahn einfach mehr oder weniger weit aufgedreht, um die Raumtemperatur zu regulieren. Doch das ist so nicht richtig, denn im Thermostatventil ist ein Temperaturfühler, welcher entsprechend der gewählten Einstellung den Heißwasserdurchfluss regelt und somit für die gewünschte Raumtemperatur sorgt. Dabei entspricht die „3“ in etwa einem Wärmewunsch von 21 Grad Celsius, jede vorhergehende bzw. folgende Zahl bewirkt eine Differenz von etwa 3 Grad. Thermostatventile sind sehr sensibel und nehmen jede Temperaturveränderung sofort wahr. Werden zusätzliche Wärmequellen registriert, regelt das Ventil die Heißwassermenge herunter oder öffnet für größere Durchflussmengen, wenn durch das geöffnete Fenster kalte Luft hereinkommt. Deshalb sollten Fenster nicht auf Kipp gestellt werden, sondern man sollte beim Lüften systematisch vorgehen, indem man das so genannte Stoßlüften bevorzugt.

Alternativ zu den bekannten Thermostaten gibt es auf dem Markt auch so genannte elektronische Ventile, bei denen sich die gewünschte Raumtemperatur genau einstellen und ggf. sogar per Zeiteinstellung vorwählen lässt. Damit lassen sich sogar bis zu 10 Prozent der Heizkosten einsparen.

Hauseigentümer haben noch ganz andere Energie-Sparmöglichkeiten. So ist beispielsweise eine gute Dachisolierung so effektiv, dass die Kosten für Warmwasser beim Duschen komplett aufgefangen werden. Große Beträge lassen sich allerdings nur dann einsparen, wenn man sich mit der Bausubstanz beschäftigt. Wer weiß schon, dass der durchschnittliche Verbrauch vieler Häuser bei etwa 35 Litern Heizöl/qm im Jahr liegt? So genannte Passivhäuser benötigen lediglich 5 Prozent dieser Menge. Bei Neubauten lassen sich viele technische Neuerungen berücksichtigen – doch auch bei Altbauten kann man einiges tun. Dazu ist zunächst eine komplette Isolierung vom Dach bis zum Keller erforderlich, was sich natürlich auch in Mietshäusern sehr positiv bemerkbar macht. Frischluft kann über eine Lüftungsanlage zugeführt werden, wodurch das kostspielige Lüften entfällt. Funkgesteuerte Thermostate regeln die Temperatur. In Mietshäusern lohnt sich ggf. der Einbau eines Blockheizkraftwerkes, von dem 40 Prozent des Strombedarfs produziert werden können. Je nach zu beheizender Wohnfläche und Gegebenheiten kommen zum Beheizen Anlagen in Betracht, die mit Pellets heizen, Erdwärme nutzen oder ähnliche mit alternativen Energien arbeitende Anlagen.