Energiekosten für Strom senken
Die Preise für Energie – ob Strom, Gas oder Öl – sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Längst machen sie einen Großteil der Lebenshaltungskosten aus. Unweigerlich stellt sich die Frage, wie man den Verbrauch an Energie und damit auch die monatlichen Kosten dafür senken kann. Leider ist jedoch nicht jede Sparmaßnahme sinnvoll und somit ist eine genaue Betrachtung erforderlich, um Sparpotentiale ausfindig zu machen.
Zunächst ist festzustellen, dass Strom mit 18 Prozent den geringsten Anteil an den Kosten für Energie hat. Besonders sinnvoll ist es, Heizkosten zu reduzieren, denn sie betragen nahezu 40 Prozent der Energiekosten. Der größte Part kommt jedoch dem Auto zu, denn 43 Prozent der gesamten Kosten werden dafür verwendet.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die jährlichen Energiekosten zu senken, und zwar sogar bis zu 15 Prozent. Dazu ist es erforderlich, dass man bspw. den genauen Stromverbrauch der einzelnen Haushaltsgeräte kennt. So verbraucht man im Durchschnitt etwa 5 Cent an Stromkosten für eine Stunde Fernsehen. Doch das Gros an Strom im Haushalt verbraucht mit Abstand der Kühlschrank. Ein altes Gerät benötigt am Tag über 1.800 kWh, ein neueres nur knapp 300 kWh. Neuere Kühlschränke besitzen eine Elektronik, die die Drehzahl dem Kühlbedarf anpasst und sie entsprechend ändert. Weiterhin verfügen sie über eine bessere Isolierung. Plant man den Kauf eines neuen Kühlgerätes, sollte man deshalb unbedingt auf die Energieeffizienz achten. Ursprünglich wurde 1998 in 7 Gruppen von Klasse A bis G unterteilt, doch inzwischen werden hauptsächlich Geräte der Klasse A oder B angeboten. Aber auch hier heißt es aufpassen, denn längst steht A nicht mehr für den niedrigsten Energieverbrauch. A+ benötigt nur 75 Prozent der Energie eines Gerätes der Klasse A und A++ lediglich 50 Prozent. Für die Anschaffung eines neuen Kühlgerätes gibt es sogar staatliche Zuschüsse, und hinzu kommt die Ersparnis an Energiekosten, die hierfür bis zu 80 Prozent ausmachen kann. Da lohnt sich die Anschaffung eines Neugerätes, auch wenn dieses zunächst relativ teuer erscheint.
Erheblich Strom sparen kann man auch durch den Austausch der alten Glühbirnen gegen Energiesparlampen. Das mag auf Anhieb einfach klingen, doch auch hier sind einige Punkte zu beachten. Der Handel bietet inzwischen eine schier unglaubliche Vielfalt an Energiesparlampen mit unterschiedlichen Formen und Qualitäten. Hinzu kommt, dass die Herstellerangaben auf den Verpackungen nicht unbedingt der Realität entsprechen, denn die gewünschte Helligkeit einer 100W-Birne (880 Lumen) wird teilweise erheblich unterschritten. Deshalb sollte man unbedingt zu Markenprodukten greifen, denn auf die Herstellerangaben darf man hier vertrauen. Das Farbspektrum bei Energiesparlampen allerdings ist kleiner, weshalb ihr Licht leicht grünlich wirkt. Doch dafür haben Energiesparlampen den Vorteil, dass sie erheblich Strom sparen und dabei gleichzeitig eine wesentlich längere Lebensdauer haben. Die mittlerweile in vielen Baumärkten angebotenen Halogenlampen sind hinsichtlich ihres Energieverbrauchs keineswegs so günstig; vergleichbar mit Energiesparlampen sind bestenfalls so genannte LEDs, wobei hier auch viel versprechende Entwicklungen anstehen.
Interessant ist, wie viel Strom durch die so genannte Stand-by-Funktion verbraucht wird. Dazu zählen Verbrauchsstellen wie Halogenlampen mit einem Trafo, Stereoanlagen ohne Netzschalter, ältere Fernsehgeräte sowie digitale Empfänger dazu, Lampen mit Dimmer, moderne Kaffeegeräte, Mirkowellen, etc.. Ältere Computer sollten besser abgeschaltet statt in den Stand-by-Modus versetzt zu werden, insbesondere bei längeren Arbeitspausen. Das gilt jedoch nicht für Multifunktionsgeräte, da deren „Hochfahren“ teurer ist als der relativ geringe Stand-by-Verbrauch.
Inzwischen bieten viele Stromanbieter elektronische Stromzähler an. Am PC kann man damit selbst den aktuellen Stromverbrauch ablesen - auch für jedes einzelne Gerät - und es muss auch keine Ablesung durch den Versorgungsbetrieb mehr vorgenommen werden. Dies ist insofern interessant, da künftig damit zu rechnen ist, dass der Preis für Strom in Abhängigkeit von der Tageszeit variiert.
Letztlich bleibt hinsichtlich des Energiesparens im Bereich Strom zu sagen, dass es dazu etliche Möglichkeiten gibt, doch unsere Bequemlichkeit und Kurzsichtigkeit in diesen Dingen verhindert die konkrete Anwendung der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Der vorab zu investierende Aufwand ist uns meist zu groß.